Depeche Mode

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Allgemeines

Die Geschichte der Depeches begann bereits Mitte der 70er Jahre auf der "Nicolas Comprehensive School" im verschlafenen Basildon. Dort drückten Andrew Fletcher, Martin Gore und Vince Clarke gemeinsam die Schulbank und lärmten nachmittags auf ihren Instrumenten rum. Dave Gahan war 1978 als der "wildeste Punk der Gegend" verschrien und stieß 1978 als Sänger zu den drei anderen. 1980 beschlossen Andy, Martin, Vince und David, Profimusiker zu werden und nannten sich fortan "Depeche Mode". Mit "Dreaming of me" hatten sie schon ein Jahr später einen Hit in England. Kurz danach (1981) verließ jedoch Vince Clark die Band (heute bei Erasure wiederzufinden), als Ersatz wurde Synthi-Bastler Alan Wilder in die Band genommen. Seitdem gings mit der Truppe steil bergauf - Hit folgte auf Hit. Der Höhepunkt der Depeche-Karriere war bisher ihre Amerika-Tour 1989, bei der sie vor fast einer Million Fans spielten (dabei entstand auch das Live-Album 101). Depeche Mode arbeiteten lange Zeit ohne Manager, die Verhandlungen mit Plattenfirmen und Verlagen führten sie jedoch selbst oder überlassen es ihrer englischen Firma Mute und deren Chef Daniel Miller. (BRAVO 1990)
Seit dem Album Ultra sind nur noch drei der Depeche Modes da, denn Alan Wilder verließ die Band.

Über die Bandmitglieder

Daten Dave Gahan Martin L. Gore Andrew Fletcher Alan Wilder
Aufgabe Gesang Keyboards, Gesang Keyboards Keyboards
Geburtstag 09.05.1962 23.07.1961 08.07.1962 01.06.1959
Geburtsort Epping / England London Basildon / Essex London
Größe 1,80m 1,73m 1,90m 1,80m
Haarfarbe Dunkelbraun Hellblond Rotblond Braun
Augen Braun Grün Blau Grün
Hobby Schwimmen, Fischen Lesen, Schlafen, Gitarrespielen Fallschirmspringen, Lesen Fotographieren
David Gahan studierte drei Jahre an einem Design College. Er hat zwei Brüder (Peter und Phillip) und eine Schwester (Susan). Sein Vater John verließ Mutter Sylvia, als Dave drei Jahre alt war. Im Oktober 1985 heiratete er seine Freundin Joanne. Am 15. Oktober 1987 kam sein Sohn Jack zur Welt. Dave hat sich vom wilden Punk und Tunichtgut zum ruhigen Familienvater gewandelt. Während einer Europa-Tournee fehlten im sein Sohn Jack udn seine Frau Joanne sogar so sehr, daß er sie kurzer Hand nach Paris einfliegen ließ.
Martin L. Gore lernt Bankkaufmann und ist seit dem Ausscheiden von Vince Clarke der Songwriter und wohnte fast ein Jahr lang in Berlin, was seine Liebe zu Deutschland und seine guten Deutschkenntnisse erklärt. Er ist neben Andy auch der eigentliche Gründer von Depeche Mode, denn beide diskutierten schon lange bevor es richtig losging (1980) in der letzten Reihe ihrer Schule mehr über Musik als über Mathe.
Andrew Fletcher begann eine kaufmännische Lehre als Versicherungskaufmann. Mit Vince Clarke sang er früher im Kirchenchor ihrer Heimatstadt in Basildon. Andy hat sich vom schüchternen Hintergrund-Mann zum Draufgänger gewandelt, was nicht nur sein Hobby Fallschirmspringen deutlich macht. Er ist der Fußballfreak der Band und hat sich dabei auch schon mal das Schlüsselbein gebrochen, außerdem ist er ein Tischtennis-As. Andy hat zwei Schwestern (Susan und Karen) und einen jüngeren Bruder (Simon).
Alan Wilder ist gelernter Toningenieur, verantwortlich für die Musiktechnik bei Depeche Mode, und schieb auch einige Songs. Er las Ende 1981 eine Anzeige "Bekannte Band sucht Syntheshizer-Spieler unter 21 Jahre" und meldete sich, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon 22 war. Alan war auch noch zwei Jahre nach seiner Schulzeit Gaststudent an der Musikhochschule in London eingeschrieben und studierte intensiv klassisches Piano. Beim Album Ultra war Alan leider nicht mehr dabei - er verließ die Band.
Sie bekamen in den Jahren 1986 und 1987 jeweils einen Bronzenen Otto und 1990 einen Silbernen Otto verliehen.
Zur Wendezeit hatten Depeche Mode einige Schwierigkeiten mit dem Osteuropäischen Kasseten-Schwarzmarkt, denn es wurden LPs auf Kassetten aufgenommen und zu Schleuderpreisen verkauft. Deshalb machten sie auch eine kleine Pause. (BRAVO)

Die Alben

Das erste Album war: "Speak & Spell" (1981)
danach folgten:"A Broken Frame" (1982)
"Get The Balance" (1983) [nur als LP im AMIGA-Verlag der DDR erschienen]
"Construction Time Again" (1983)
"Some Great Reward" (1984)
"The Singles 81>85" (1985)
"Black Celebration" (1986)
"Greatest Hits" (1987) [nur als LP im AMIGA-Verlag der DDR erschienen]
"Music For The Masses" (1987)
"101" (1989)
"Violator" (1990)
"Songs Of Faith And Devotion" (1993)
"Ultra" (1997)
"The Singles 86>98" (1998)
"Exciter" (2001)

Anmerkung: Die unter den obigen Links zu findenden Songtexte sind zum Teil aus den Booklets abgeschrieben und/oder nach dem Hören aufgeschrieben. Teilweise habe ich kleine Veränderungen vorgenommen um die Texte den Orginaltiteln auf den jeweiligen Alben anzugleichen.

Depeche Mode sagte:

"We don't like crazy fans, but such, who's are thinking!"

Die Presse über Depeche Mode

von Lothar Dungs (1987): zum Greatest Hits - Album:
Mit ihrem eigenen Namen auf die Schnellebigkeit der Mode verweisend - "Dèpêche Mode" ist auch der Name eines Modemagazins -, scheinen sie doch selbst eine die Regel des Popmusikgeschäftes bestätigende Ausnahme zu sein. Eine mittlerweile sechsjährige ungebrochene Erfolgslinie hat immerhin sieben Langspielplatten hervorgebracht und das Bild von einer Gruppe enstehen lassen, die ein offensichtlich umfassend durchdachtes Konzept auf den Punkt gebracht hat. Wie bei kaum einer anderen vergleichbar erfolgreichen Pop-Band der 80er Jahre wird bei der englischen Gruppe DEPECHE MODE deutlich, wieviel mehr als nur die klingende Musik ihrer Schallplatten zu der sie ausmachenden Gesamterscheinung gehört.
Die Titel der vorliegenden LP repräsentieren einen Querschnitt aus der weit gefaßten Ausdrucksskala der Gruppe. Auch die äußere Erscheinung der Musiker auf ihrer Konzerttour - ihre Kleidung, ihre Frisuren - gehört ebenso zu dieser geplanten Gesamtwirkung. Man gibt sich wissend, unnahbar und ein wenig gruselig-schockierend. Um so überraschender der Kontrast! Dem etwas Exotischen, In-sich-Gekehrten steht in der Praxis das äußerst vitale Ausleben positiver Gefühle gegenüber. Dieser Gegensatz macht auch einen Großteil der Bühnenwirkung des Sängers DAVID GAHAN aus. Dies äußert sich in der unausweichlichen Anregung zum Tanzen, die von der DEPECHE-MODE-Musik ausgeht.
Der im Äußerlichen vorgegebene produktive Widerspruch setzt sich auch in der Musik selbst fort. ALAN WILDER, er löste 1981 das Gründungsmitglied VINCE CLARKE ab, ist als Synthesizer- und Computerspezialist neben dem Produzenten und Cheftechniker der Gruppe, DANIEL MILLER, der kreative Soundschöpfer. Durch den Einsatz modernster Verfahren werden digital abgespeicherte natürliche Klänge (Sound-Sampling) elektronisch verfremdet und bearbeitet. So entsteht ein Klangbild, das nicht selten Assoziationen an eine maschinenbeherrschte, synthetische Welt wachruft (man fühlt sich bei "Stripped" an "Welcome To The Machine" von PINK FLOYD erinnert...). Bezeichnenderweise aber auch im Musikalischen der Gegenpol: in keinem Lied von DEPECHE MODE wird die menschliche Stimme verfremdet! Stets erhebt sich der klare, beinahe "klassisch" anmutende Bariton DAVE GAHANs über die synthetische (Klang-)Welt, in der er sich behauptet. Die Gesangsmelodien verlaufen oft in weiten, spannungsvollen, melodiösen Bögen, auch zu harmonischer Mehrstimmigkeit erweitert. Die Texte der Lieder leben von realistischen Inhalten, die durch bildhafte Umschreibung ebenso gestaltet werden wie auch durch direktes gesellschaftliches Engegemant gekennzeichnet sind.
DEPECHE MODE ist eine auf sehr vielschichtige Weise wirkende Erscheinung der neueren Popmusik, von der eine große Faszination ausgeht.

von Rainer Bratfisch (Junge Welt 1988): Depeche Mode in Berlin:
Eigentlich sahen Alan, Dave, Marin und Andy genauso aus wie einige der unermüdlichen Fans, die vor dem Grand Hotel in der Berliner Friedrichstraße auf ihre Idole warteten: vornehmlich in schwarz gekleidet, der Haarschnitt kurz und ordentlich, die Schuhe blank geputzt. Dave mit seinen weißen Hosen fiel etwas aus der Rolle, auch Martin sah etwas bunter aus, in weißem T-Shirt und Arbeitshose. Der erste Eindruck: vier nette Jungs, mit denen man reden kann. Wenn da nicht mindestens vier Managertypen gewesen wären, die aus den sympathischen Jungs von nebenan Stars machten: Depeche Mode. Also erstens: Zeit für die Presse 20 Minuten, pro Journalist eine Frage, dann nochmal die gleiche Zeit für Rundfunk und Fernsehen. Ordnung muß sein. Und Zeit ist Geld. Schließlich wollen die vier Manager auch etwas zu sagen und zu organisieren haben. Einer ist für die persönliche Sicherheit der vier verantwortlich, einer kümmert sich um die Kontakte zur Presse, einer um die Auftritte in den sozialistischen Ländern (zuvor Budapest und Prag), und einer ums Geschäftliche insgesamt. Aus finanziellen Gründen sind z.B. beim Konzert in der Berliner Werner-Seelenbinder-Halle keine Rundfunk und Fernsehaufnahmen möglich gewesen. Wer die Show im Fernsehen sieht könnte ja das Geld für die Eintrittskarten sparen (Ich kenne allerdings keinen, der so denkt!).
Die FDJ, die Depeche Mode zu ihrem "Geburtstagskonzert" eingeladen hatte, bemühte sich intensiv um mehrere Konzerte - leider vergeblich. Dave verwies dann im Gespräch auf die enormen Summen, die ein solches Konzert auch die Musiker kostet. Bühnentechnik, Ton- und Lichtanlage sind gemietet, dazu kommt der Transport. Da muß schon exakt gerehnet werden. Trotzdem: nach neun Monaten Tounee haben die Musiker und ihre Mannschaft so viel verdient, das sie eine Pause einlegen können. Den Veranstaltern war klar, daß ein Konzert bei der Begeisterung für Depeche Mode nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein konnte. Wie also die Kartenverteilung organisieren? Die Lösung verdient uneingeschrenkten Beifall: Alle polytechnischen und erweiterten Oberschulen und Berufsschulen Berlins erhielten Karten, die FDJ-Grundorganisationen entschieden dann, wer sie bekommt. Das hatte den Vorteil, das Depeche Mode wirklich vor den 14-, 15- und 16jährigen spielte, die mit dieser Musik groß geworden sind.
In der Halle gab es dann Szenen wie Anfang der sechziger Jahre bei den Beatles: großes Gedränge an der Bühne, schreiende Mädchen (und Jungen), und natürlich wurden fast alle Songs mitgesungen. Von den größten Hits fehlten keine: "Blasphemous Rumours", "Stripped", "Black Celebration", "People are People", "Question Of Time", "Master And Servant", und natürlich "Behind The Wheel" und andere Titel von der neuen LP "Musik For The Masses". Insgesamt wurden in aller Welt über 17 Millionen ihrer Platten verkauft. Bei Amiga erschien eine Zusammenstellung ihrer besten Titel.
Angefangen hat alles 1980 in dem englischen Städchen Basildon. Damals war noch Vince Clarke dabei, der jetzt bei Erasure ist. Der Gruppenname stammt aus einem französischen Modemagazin und heißt "Schnelle Mode". Ihren charakteristischen metallischen Klang erreichen die vier Musiker durch drei Keyboards, die mit allen möglichen Effekten ausgestattet sind, und durch Klangflächen aus Metall, die im Rhythmus der Musik angeschlagen werden.
David Gahan ist der Mittelpunkt der Bühnenschow, er gestaltet jeden Song, als wär's ein Theaterstück. Mit seinen Pirouetten und Sprüngen würde er auch auf dem Eis keine schlechte Figur abgeben. Martin Gore, der Texter und Komponist, spielte in einigen Stücken auch akustische Gitarre.
Vor Jahren stand Depeche Mode noch für etwas geist- und einfallslosen Techno- oder Synthi-Pop. Die Musik wirkte bisweilen kalt und unnahbar, obwohl auch Themen wie Hunger und Umweltschutz angesprochen wurden. Inzwischen wollen sie "Music For The Masses" (Musik für die Massen) machen. Und den Massen in der Werner-Seelenbinder-Halle gefiel's natürlich. Die Stimmung war phantastisch. Wer Glück hatte, konnte seine Lieblinge sogar als Poster nach Hause tragen. Am Bus der Band gab's noch einmal großen Andrang - viele wollten die Musiker noch einmal sehen. Depeche Mode in Berlin war für die über 6000 Besucher das Konzertereignis des Jahres.

Katja Goretzki (1988): Flug der weißen Hemden:
Synthi-Pop und Blues mit Depeche Mode und Jeff Harley
Es ist schon ein komisches Gefühl, sich mit fast 22 für ein sogenanntes Rockkonzert zu alt vorzukommen. Auf DeMo stehen wohl hauptsächlich die Kids von 20 an abwärts. Und die sind dann auch zahlreich ershienen zu "world violation" am Mittwoch in der Berliner Deutschlandhalle. An die Stelle der früher fürs Outfit dringend benötigten Pulle Haarspray ist inzwischen eine schwarze Lederjacke gerückt, die Haare trägt man(n) kurz, viel Silber(-beschläge) sind angesagt.
25 qualvolle Minuten für die sich redlich bemühende Vorband, dann Licht aus. Halber Vorhang, stehender Synthiakkord - und schon brodelte die Masse, gingen hunderte Feuerzeuge an.
Da erschienen Sie: Dave, Andy, Martin und Alan in blaues, gleißendes Licht gehüllt. Das ist schon kein Licht mehr, da enstehen regelrechte Bilder aus Farben, Schatten, Bewegungen. Und keins wiederholt sich. Einfach gigantisch! Dave Gahan springt, stampft und wirbelt um sich selbst und seinen Mikroständer. Die Masse honoriert jeden Sprung mit einem Aufschrei. Bei "Master And Servant" fliegt seine schwarze Lederjacke weg, bei "Never Let Me Down Again" das weiße Hemd. Er ist in Extase, genau wie seine Fans.
Zwei Videowände werden heruntergelassen. Darauf dann die vier modes in schwarz-weiß und für jeden noch mal so richtig nah.
"Personal Jesus" - für mich der absolute Höhepunkt. Die Spannung ist total und - Schluß. Ganze dreieinhalb Minuten müssen ie Massen toben, dann gibt's nichmal zwei Zugaben - und Daves Hemd.

POPCORN (1988): Schallwellen und DM:
Unter diesem Symbol waren Depeche Mode sechs Monate unterwegs - weltweit 66 Konzerte vor über 600 000 Fans. Mit ihrem aktuellen Hit "Behind The Wheel" im Reisegepäck absolvierten die vier aus Basildon Anfang Februar den zweiten Teil ihrer Deutschlandtournee, und geben am 13. März 1988 in der Wiener Stadthalle das letzte Konzert ihrer "Music For The Masses"-Tour. "Natürlich war dieses Motto etwas arrogant", gibt Martin Gore zu, "als wir zu Beginn der Tour vor halbleeren Hallen auftreten mußten, hagelte es hämische Kommentare. Doch spätestens seit den sensationell erfolgreichen Shows in Amerika hat sich das Blatt gewendet". Und Sänger Dave Gahan meint: "An Depeche Mode scheiden sich stets die Geister - entweder man liebt uns und/oder man verdammt uns."
Mit ihrer kompletten Lightshow und zwei Sattelschleppern voller Equipment geht es ab 07. März 1988 in Richtung Osten. Erstmals treten Depeche Mode in Ostberlin, in Budapest und in Prag auf. Und noch ein größerer Coup ist in Vorbereitung, aber noch nicht bestätigt: Am 12. März steht ein Auftritt in Moskau auf dem Plan. "Das wäre für mich das schönste Geschenk zum zehnjährigen Bandjubiläum", grinst Martin Gore, "ich würde Gorbatschow gern mal die Hand schütteln." Doch Martin Gore hat selbst Bedenken, ob der "Marsch nach Moskau" klappt - denn erst jetzt wieder gab es in England Schlagzeilen, die Depeche Mode vorwarfen, "ihre Fans mit obszönen Texten zu traktieren". Das britische Musikmagazin "Sounds" schimpfte nach den Depeche-Konzerten in Wembley: "Ihre Gigs sind immer wieder eine Mischung aus fragwürdigem Spaß und Schmutz!" Und angeblich sei der Hit "Behind The Wheel" (dt.: Hinter dem Rad) eine verschlüsselte Hymne über sado-masochistische Sexspiele. Martin Gore: "Jeder ist für seine Phantasie selbst verantwortlich!"

POPCORN (1990): Depeche-Mode-Tourstart ist ein Traum aus Licht und Show:
Ein unheimliches Donnern dröhnt stakkatoartig durch die riesige Halle. 30.000(!) Fans trampeln ungeduldig mit den Füßen, denn Depeche Mode ist bereits seit 40 Minuten überfällig! Doch dann geht im Civic Centre in Pensacola / Florida schlagartig das Hallenlicht aus - auf der Bühne ist außer undurchdringlichen, tiefrot angeleuchteten Nebelschwaden nichts zu erkennen!
Doch plötzlich ein Aufschrei geht durch die Menge, hinter der Nebelwand klingen die ersten Töne des Depeche-Mode-Songs "World In My Eyes" an. Die Stimmung in der aufgeheizten Halle ist von der ersten Sekunde an bombastisch! Der Nebelvorhang löst sich langsam auf und nun werden auf der Bühne überdimensionale rote Rosen, auf schwarze Stoffbahnen gemalt, erkennbar: die Cover-Symbole der letzten Depeche-LP "Violator".
Verschwindend klein wirkt vor dieser surrealen Kulisse die Band selbst: Ganz vorn am Mikro Frontman und Sänger Dave Gahan, hinter ihm auf pyramidenartig angeordneten Treppen Andy Fletcher (syntheshizer, k, v), Marin Gore (Syntheshizer, g, v) und Alan Wilder (Syntheshizer, k, v). Das britische Quartett, in dieser Besetzung imzwischen seit über acht Jahren zusammen (Vince Clark - heute Erasure - verließ Depeche Mode im Dezember 1981), bringt das Publikum zweieinhalb Stunden lang zum Ausflippen, begeistert mit seinem gesamten Repertoire: eingestreut zwischen den Songs ihres aktuellen "Violator"-Albums als Highlights die Depeche-Oldies "People are People", "Strangelove", und "Master and Servant". Einer der Höhepunkte des Gigs ist die Live-Version von "Personal Jesus". Dave reißt sich während des Songs sein Hemd vom Leib, mit nacktem Oberkörper posiert er martialisch am Bühnenrand, streckt triumphierend seine Arme in die Höhe. 30.000 Depeche-Fans sind aus dem Häuschen.
Das gesamte Depeche-Spektakel wird von einer gigantischen, rasanten Lasershow untermalt, passend zu den speziellen Stimmungen, die die Songs vermitteln, wechseln drei farbige Lichtwände mit eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Videos. Durchdringender Maschinen-Beat dröhnt durch die Halle des Civic Centre von Pensacola, Computer und Syntheshizer glühen auf der Bühne. Und Dave tanzt wie ein junger Gott durch die Pyramiden-Kulisse...
Um 22:30 Uhr ist alles zu Ende, Dave, Martin, Andy und Alan sitzen ausgelaugt aber glücklich in ihrer Garderobe: "Wir haben es tatsächlich geschafft!" Dave japst nach Luft. "Vor diesem ersten Gig unserer US-Tour hatten wir nämlich ziemlich Bammel, denn wir waren verunsichert, wie unser neues Programm ankommt! Aber es lief super!" Im Herbst ist es dann auch für die europäischen Fans soweit, der zweite Teil der Depeche "World Violation"-Tour beginnt am 28. September 1988 in Brüssel, für Deutschland stehen bisher folgende Daten fest: 29.09.1988 Dortmund, 09.10.1988 Hannover, 14.10.1988 Frankfurt, 15.10.1988 Stuttgart, 17.10.1988 München, 28.10.1988 Hamburg und 01.11.1988 Berlin.

max (2000): Zeitlose Helden

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